Mittwoch, März 30, 2005

Sehr guter Weblog-Eintrag

Juliet und ich waren am fruehen Abend im Haus ihrer Schwester und ihres Brother-in-Law Piet(keine Ahnung was fuer ein Verwandschaftsgrad das ist und auch nicht was das in deutsch heisst). Dort wurde gespeist und der Film "Wie werde ich ihn los in 10 Tagen" kritisch besprochen.
Interessanterweise brachten die Damen das Thema der Brustgroesse der Hauptdarstellerin auf und die Diskussion wurde hitzig gefuhert bis wir das Haus verliessen.

Spaeter besuchten wir die Mt. Washington Tavern die uebrigens dirket neben dem Lokal liegt in dem ich im Winter Gyros und Bauchtaenzerin genossen habe. (mir faellt gerade auf, dass ich die Bauchtaenzerin seiner Zeit garnicht erwaehnt hatte...)
Auf den Fernsehgeraeten, die, wie ich bereits erlaueterte, obligatorisch in jeder Bar haengen, lief gerade ein Basketballspiel in der eine Mannschaft tatsaechlich den Namen Ruettgers trug. Doch dies nur am Rande und fuer Politikinterssierte.
Der asiatische DJ in der Taverne identifizierte mich zielsicher als Koelner und ich habe bis jetzt nicht rausfinden koennen wie er das wissen konnte. Es gilt als sicher, dass er nicht mit meinen Begleitern gesprochen hatte. Auf meinen Wunsch ein wenig Metal zu spielen entgegegnete er "Sicher!" (was in einer recht traditonell gehaltenen Bar nicht erwartetet hatte) und fuegte sogar hinzu, dass er den perfekten Song fuer mich dabei haette.
Voller Spannung erwartete ich den Titel und bekam schon kurz danach "Rammstein" - "Du hast" zu hoeren. Nicht ganz was ich mir erhofft hatte aber viel mehr als ich fuer moeglich gehalten hatte. Auf jeden Fall sehr sympathisch. Habe deshalb beschlossen mich fleissig mit dem DJ zu betrinken.
Zu diesem Zweck arbeitete ich mich selbstlos durch die Bierkarte. Auch wenn das stellenweise zu recht seltsamen Auswuechsen fuehrte.
Zitat Juliet: "Julian! These people dont know that you are making fun when you order a Becks Light!"
BTW: Sehr komisches Bier. Schmeckt ein wenig nach Marijuhana, allerdings nicht diese suessliche Note von Frueh Koelsch sondern eher sehr pilsig trocken. Spaten Bier (das heisst wirklich so) soll aus Muenchen kommen und schmeckt eher schlecht. Einen schoenen Namen hat das Bier "Three Philosophers", damit waere allerdings leider schon alles Gute uber das Bier gesasgt. Extrem malzig und ein bisschen Vorschlaghammer mit einem Beigschmack von Altbier, dass muss ja wirklich nicht sein.
Danch bin ich dann auf Cuba Libre und B52 umgestiegen (hoert sich ein bisschen nach einer Kriegserklaerung an oder zumindest einem Wandel in der US-Aussenpolitik).
Danach wurde ich von einer recht attraktiven Amerkanerin eingeladen mit ihr und ihren Freundinnen ein seltsames Barspiel zu spielen indem es darum geht komische Metallscheiben auf einer Holzbahn zu verschiessen und in einer bestimmten Stelle liegen zu lassen. Eine Art Boccia fuer Besoffene.
Naja, nachdem ich allerdings rausgefunden habe das meine Teampartnerin Wirtschaft studiert hab ich angefangen absichtlich schlecht zu spielen und mich zurueckgezogen.

Dienstag, März 29, 2005

Unser Volk braucht Raum

Mir ist bereits frueher aufgefallen, dass in Amerika Strassen, Gebaude, Autos und sogar Mahlzeiten groesser sind als in Deutschland, vielleicht vor allem deshalb, weil in den Staaten im Gegensatz zur BRD trotz 280 Millionen Einwohnern recht viel Platz vorhanden ist(was uebrigens im Nachhinein erklaert warum manche deutsche Politiker in der Vergangenheit forderten, das Deutschland sich etwas Lebensraum im Osten sichern sollte). Mit dieser Theorie lag ich bis jetzt immer richtig, bis mir in Charlottesville aufgefallen ist, dass dort viele Leute extrem klein sind. Haben die Amerikaner etwa Angst, dass ihnen der Platz ausgeht und in der Stadt werden deshalb kleine Leute zu Forschungszwecken gezuechtet?
Ich habe leider noch keine Beweise fuer diese Theorie gefunden.

In Charlottesville habe ich ausserdem die wahrscheinlich haesslichsten Gemaelde in der Geschichte der Menschheit gefunden. Wirklich schlimm fand ich, dass diese sogar oeffentlich gezeigt worden (als ueberzeugter Sadist werde ich natuerlich Fotos nachreichen), ich moechte an dieser Stelle klarstellen, dass ich auf keinen Fall eine Verbindung zu dem in der Naehe liegendem "Center for Patriotic Arts" vermute. (Wieso muss ich dabei unwillkuerlich an Autobahnen denken?)

Montag, März 28, 2005

Geschichtstraechtig

Tja, es haben sich einige Notizen in Charlottesville angesammelt, die niedergeschrieben werden wollen.
Zum einen ist Charlottesville vor kurzem als die Stadt in den USA in der es sich am ehesten zu wohnen lohnt gewaehlt worden.
Weiter liegt Charottesville nicht in West-Virginia sondern in Virgina, aber ich denke das ist nicht so tragisch, da sich West-Virginia irgendwie besser anhoert als einfach nur Virginia.
Mir wurde zugetragen, dass dieser Ort auf eine lange Geschichte zurueckblicken kann (was in Amerika jetzt nicht unbedingt sooo viel heisst (ich hab nachgeschlagen: gegruendet 1762)) aber ein Denkmal in der Stadt hat mich doch etwas unglaubig staunen lassen: Ein recht grosses Stueck moderne Kunst trohnt in der Mitte der Fussgaengerzone, kaum zu uebersehen als eine Art Mittelpunkt des oeffentlichen Lebens und ich habe das Gefuehl, dass dort wirklich der Puls der Stadt zu fuehlen waere. Vor dem Denkmal wurde ein Plakette angebracht, von der ich erwartete etwas in der Richtung "Charlottesville - 1762 bis heute" zu lesen, stattdessen ueberraschte mich wofuer das Denkmal im Zentrum dieser 250 Jahre alten Stadt aufgestellt wurde: Es erinnert, und das ist kein Witz, an das 25jaehrige Bestehen der Fussgaengerzone! (sic!)
250 Jahre Geschichte und die Stadtvaeter halten nichts fuer wichtiger als zu bemerken, dass die Fussgaengerzone tatsachlich die wilden Zeiten von 1976 bis 2001 uberstanden hat! Unglaublich! Eine Fussgaengerzone die schon seit 25 Jahren existiert! Dass ich das noch erleben durfte!
Ich hab nur darauf gewartet nun an jeder Ecke aehnliche Aufschriften zu finden: Interstate 64 - 20er Geburtstag, Pizzaria mit 15 Jahren Bestand, Briefkasten an einer Stelle seit 10 Jahren!
BTW: Interstate - es gibt auf der I-66 Spuren, die nur befahren werden duerfen, wenn mind. 2 Personen im Wagen sitzen. Interessanterweise soll dies funktionieren und im Feierabendverkehr gibt es dort weniger Staus, da die Leute angefangen haben Fahrgemeinschaften zu bilden.
Ich denke allerdings das dies nichts fuer Deutschland waer.
Irgendwie zu pragmatisch.

Samstag, März 26, 2005

Charlottesville

Ha!
Ich habe inzwischen einiges herausgefunden: Wir sind in Charlottesville, West Virgina und es gibt hier tatsaechlich eine Buecherrei, in der ich umsonst ins Internet darf. Und das an einem Samstag! And Ostern!
Die Band die wir gestern gehoert haben heisst Ten Mile Tide und war recht brauchbar. Wir haben die dann auch noch direkt mit nach Hause genommen und uns kraeftig betrunken. Einer der Saenger war sehr verstimmt, dass deren Bandmobil kaputt war und sie es nicht benutzen konnten um uns zu beeindrucken.
Da die Buecherrei jetzt jedoch schliesst, werde ich einen ausfuerhlichen Bericht erst am Montag nachrreichen.

Freitag, März 25, 2005

Vorwaerts und nicht vergessen

Gestern habe ich im Full Moon Saloon in Baltimore dem Alkohol heftig zugesprochen und einige sehr interessante Diskussionen gefuehrt. Leider ist mir allerdings der Inhalt dieser Gespraeche nicht mehr bekannt, da der Schleier des Alkohols praezise Erinnerungen vor mir verbirgt. Im Gedaechtnis geblieben ist mir jedoch folgender schoener Zwischenfall: Juliet rauchte, unter meinem Protest, eine Zigarette und wurde von einer Dame angesprochen ob sie fuer eine Camel-Markstudie ein paar Fragen beantworten moechte, entsetzt blickte Juliet die Dame an und sagte empoert: "Ich bin Nichtraucher!"
Heute abend werden wir irgendwo weiter weg hinfahren um dort eine Band zu hoeren deren Namen ich auch vergessen habe. Ich weiss noch nichtmal welche Art von Musik es ist, die wir hoeren werden. Wie man sieht bin ich wieder voll im Bilde...
Ich glaub ich werde mir jetzt weiter hemmungslos Nahrung zufuehren um meinen Magen ein wenig zu beruhigen.

Dienstag, März 22, 2005

Brave New World

Letztendlich bin ich nun wieder aus New York nach Baltimore zurueckgekehrt.
In der British Airways Maschine sass ich interessanterweise neben dem Musiker John Sawicki aus Stomp und vor mir fand sich die Hauptdarstellerin aus Maedchen, Maedchen... Ich habe das allerdings erst nach dem Aussteigen erfahren und stelle mir seit dem die Frage, warum sie Touristenklasse geflogen ist.
British Airways geizt uebrings nicht so sehr mit Give Aways wie andere Fluggesellschaften, so bekommt man nicht nur eine Schlafbrille sondern auch Zahnbuerste und Socken geschenkt.
Dafuer ist das Unterhaltunsprogamm schlechter. Nur so ein veraltetes 18 Kanal Board TV System. Da war Swiss oder NWA schon besser.
In New York bin ich zwischen 24 und 3 Uhr nachts ein wenig umher gelaufen, um mir die Zeit die auch den Bus warten musst zu vertreiben. Etwas stoerend fand ich, dass man nirgendwo sein Gepaeck wegsperren konnte, so dass ich mit voller Aussruestung marschiert bin. (ich bin heute in der Laune militaerische Ausdruecke zu verwenden)
Am Times Square war fuer 1 Uhr nachts erschreckend wenig los, da ist Montags morgens an der Zuelpicher in Koeln mehr Volk unterwegs. Allerdings muss ich NY zu Gute halten das diese geringe, aber vorhandende Geschaeftigkeit, in jeder Ecke die ich besuchte beobachten konnte.
Ein freundlicher Herr in etwas abgewetzter Kleidung versuchte mir schon nach kurzer Zeit Gras oder Kokain zu verkaufen, dem stand ich jedoch ablehnend gegenueber und fand zu meiner Freude etwas spaeter in einem Geschaft ein 5l-Reissdorf Doeschen fuer nur 29,99$. Dies ist zwar auf den ersten Blick nicht wenig, aber eigentlich wirklich gut, da eine 0,5 l Flasche normalerweise inzw. mit 5$ zu bezahlen ist.
Um 0345 fuhr dann auch mein Greyhound und ich hatte bis dahin an manchen Orten ein wenig das Gefuehl gehabt ich wuerde durch Huxleys schoene neue Welt wandeln. Denn im Gegensatz zu Deutschland, in dem Verbote immer schoen im 1984-Style angebracht werden und die unter Androhung schlimmster Strafen zu befolgen sind, sind die New Yorker Verbote viel freundlicher formuliert und unterdruecken jemanden ohne, dass man es bewusst wahrnimmt.
Ich war wirklich beeindruckt.
Achja, im Port Authority Bus Terminal wird man netterweise auch in Deutsch vor nassen Fussboeden gewarnt. Und das schoen zackig, wie man es gewohnt ist, mit einem Achtung!