Donnerstag, September 29, 2005

Vive la france


Ich bin wieder hier.
Trotz Juliets Androhung es wuerde kein Internet in ihrem Haus geben, habe ich es offensichtlich doch wieder geschafft mich an einen Rechner zu mogeln.
Ich habe die letzten beiden Tage damit verbracht habe, Baltimore zu Fuss zu durchstreifen (und bin dafuer von einigen Leuten fuer komplett verrueckt erklaert worden, als ich berichtete welche Strecken ich dabei zuruecklegte). Zu Beginn habe ich mir erfolglos an diversen Universitaeten (Johns Hopkins und Baltimore University) versucht Zugang zum Internet zu erschleichen (Schwieriger als man denkt: Sicherheitschleusen und bewaffnete Wachleute sichern dort die PCs...) doch soeben habe ich die Enoch Pratt Free Libary in der Naehe des Baltimorer Hafens entdeckt. (Entdecken ist ein wundervolles Wort dafuer... In einer Grosstadt eine Bibliothek entdecken... Klingt toll.) Und tatsaechlich kostenlos kann man hier recht lange online bleiben... Es ist also doch nicht alles verloren.

Doch lasst uns vorne beginnen.
Bei meiner Anreise hat Air France diesmal wirklich komplett alle Register gezogen um mich zufrieden zu stellen. Nicht nur dass diesmal mein Gepaeck nicht verloreren gegangen ist: Nein! Sogar das Umsteigen in Paris ging zuegig und die Franzosen waren irgendwie freundlicher als sonst.
Grossartig fand ich es als ich mit einer Gruppe von Geschaeftsreisenden vor einer Toilette am Flughafen stand die gereinigt worde und die Putzfrau dann freundlich laechelnd erklaerte wir muessen leider noch etwas laenger warten damit der Boden trocken koenne... Ich war masslos begeistert...
Ich war beim Boarden der Maschine zwar etwas entaeuscht dass ich diesmal wohl nicht in meiner Angestammten Reihe 42 sitzen wuerde sondern vorne bei der Nummer 17, aber das hielt nicht lange vor. Denn kaum hatte ich mich setzen wollen, sprach mich eine Sitznachbarin an, dass ihr Vater weiter hinten sitzen wuerde ob ich nicht tauschen wolle. Ohne zoegern sagte ich ja und sass direkt danach wieder ein meiner Angestammten Reihe... Irgendwie schon unheimlich.
Ich bekam dann auch noch eine wundervolle Stewardess, die fuer einen staendigen Fluss an gutem Rotwein sorge. Mutig (und vom Alkohol angeregt) trank ich zwischendurch sogar einen Cabernet Sauvignion... Aber nur fuer eine Flasche...
Beim Essen gab es die Auswahl zwischen Huehnchen und Fisch (ich gebe zu nichts besonderes) aber meine Auswahl, der Fisch, war, fuer Flugzeug Essen untypisch, ausserordentlich gut und harmonierte hervorragend mit dem Weisswein denn mir meine Stewardess wie selbstverstaendlich nach meiner Menueauswahl angeboten hatte.
Als ich spaeter ein paar Fotos von Washington D.C. aus dem Flieger machte, kam die junge Frau auf mich zu und frage mich etwas auf franzoesich meine entschuldigende Antwort auf english dass ich leider kaum franzoesisch verstehe wurde mit einem freundlichen Kopfnicken und einer erneuten Antwort auf franzoesisch quittiert. Ich antwortete wieder was english und wieder ein Nicken und eine franzoesische Antwort. Daraufhin frage ich sie ob sie ueberhaut ein Wort von dem verstanden habe was ich gesagt habe und sie schuettelt nur laechelnd den Kopf... Lustig, verwirrend und irgendwie traurig dass ich die franzoesische Sprache so sehr ablehne.

Meine Taetigkeiten seit der Ankunft habe ich bereits oben kurz angerissen und es ist sonst auch nicht viel passiert.
Seit gestern habe ich gut 80 Fotos gemacht und werde das naechste Mal versuchen ein paar ins Internet zu laden.
Nun werde ich mich auf dem Weg zum Hafen von Baltimore machen und dann langsam zurueck da, heute abend wohl ein Konzert stattfinden wird, dass ich mir kaum entgehen lassen kann.

Samstag, September 24, 2005

There and back again

Nun, da ich am Dienstag gegen 12 wieder einen Flieger nach Washington D.C. nehmen werde, wird es ja doch Zeit endlich mal meinen alten Reisebericht im Schnelldurchlauf abzuschließen.
Sehr am herzen liegt es mir zu diesem Bild eine nährere Erklärung abzugeben.
Bei diesem Buch handelt es sich vielleicht um das grausamste und beunruhigste Schriftstück das ich je gelesen habe. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt als ich las wie die Autorin in grausamen Details beschrieb wie sie Charm Braclets anfertigt und diese gnadenlos an alle hilflosen Leute, die nicht schnell genug fliehen können, verteilt. Wirklich beunruhigt mich, dass diese ANLEITUNG zur etwas, was de facto Folter ist, frei verkauft werden darf. Einige werden dies jetzt lustig finden. Ist es aber nicht. Doch ich werde den Teufel tun und alte Wunden aufreissen um im Detail die im Buch vorgestellten Grausamkeiten zu beschreiben. Ich muss schnell das Thema wechseln - alleine der Gedanke an dieses Machwerk der Niederhöllen lässt meine Nackenhaare aufrecht stehen...
Ein weiteres interssantes Ereignis war ein Klassentreffen mit Juliets ehemaligen Schulkameraden, dass jedoch eigentlich nur als Ausrede diente sich hemmunglos zu betrinken. Nun ja, eigentlich ist das ja ohnehin der Sinn aller Klassentreffen, oder?
Abends sind wir dann mit vielen Leuten zu Juliets Vater und haben dort das Begonenne fortgesetzt. Den ganzen Abend starrte ich gierig auf den Whirlpool auf der Veranda und tatsächlich haben einige Leute ihre Badehosen geholt (sic!) und ich... naja... ich habe den Amerikanern halt mal wieder bewiesen, dass es doch signifikante Unterschiede zw. Europäern und Amerikanern gibt, wenn zum Beispiel das Problem auftritt, dass nur eine angeblich notwendige Badehose zwischen einem selbst und einem wundervollen, heissem Whirlpool steht.
Einige Tage später besuchten wir eine Wohltätigkeitsveranstaltung auf der mit einer Versteigerung Geld für... äh... irgendwas gesammelt werden sollte. Da uns die Karte... äh... kostenlos zur... äh... Verfügung gestellt wurde... nutzte ich die die angebotenen Freigetränke ausgiebig und lauschte der Auktion. Nach 10 Cuba Libre in 0,5 Gläsern hatte ich mich dann langsam festgetrunken und Juliets Familie so ziemlich alles gekauft was auf der Veranstaltung angeboten wurde.
Den Volltreffer landete meiner Meinung nach Juliets Schwager (?) der für 600$ (oder so) einen Orginal handsignierten Boxhandschuh von Muhammad Ali ersteigerte.
Danach haben wir uns zu Feier des Tages betrunken. Und als es Nacht wurde, schaffte ich es nichtmal unter größter Anstrengung auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen.
Einige Tage später ging es dann auch schon wieder nach Hause...
...aber auch nur bis kommenden Dienstag.